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O Fantasma
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Male Tony Offline
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O Fantasma

Leider lief der Film schon am Donnerstag, 22.Juli 2010 01:15 - 02:45 auf ARTE, ich bin aber leider erst letzte Nacht dazu gekommen ihn zu sehen.

O Fantasma ***

Mehrfach preisgekröntes SCHWULES SEXPSYCHODRAMA, in dem ein Müllmann zum Tier wird.
Sergio (Ricardo Meneses) arbeitet bei der Müllabfuhr. Aber unter dem Deckmantel dieses gewöhnlichen Arbeiterjobs lebt er in der Einsamkeit einer völlig abgekapselten Welt. Diese ist geprägt von brutalem, unersättlichem Verlangen... Hier dreht sich alles um Lust, um Sex, um anonyme körperliche Begegnungen mit Männern, auf die Sergio sich einlässt - gierig, brutal und gleichgültig zugleich. Bis ihm eines Nachts das Phantom seiner geheimsten Träume leibhaftig gegenübersteht...
In "O Fantasma" konfrontiert Regisseur João Pedro Rodrigues die Brutalität sexuellen Verlangens mit der Ohnmacht, von seinem Gegenüber abgewiesen zu werden. Inspirationsgrundlage seines Filmprojekts waren ihm die Beobachtungen von Arbeitern, die auf einer Mülldeponie Lissabons beschäftigt waren. Rodrigues erlebte mit, wie Frauen und Männer jeden Alters im Schutz der Dunkelheit auftauchten, um den Müll anderer einzusammeln. Diese Szenerie wurde zum Ausgangspunkt seines Films, der von sexuellen und von gesellschaftlichen Hierarchien, von sadistischen Beziehungen und Machtgefühlen und nicht zuletzt auch vom nächtlichen Lissabon als einer Hunde-, Müll- und Polizeistadt erzählt. Der Film lebt vom Kontrast zwischen einer rauschhaften Subjektivität und der Wirklichkeit riesiger Abfallhalden sowie luxuriöser Villen. Bei der Realisierung seines Projekts verzichtete der Regisseur auf die Zusammenarbeit mit professionellen Schauspielern zugunsten von Laiendarstellern, die seinen genauen Vorstellungen der Figuren entsprachen. Mit "O Fantasma" realisierte Rodrigues seinen ersten Spielfilm, der - neben einer Nominierung für den Goldenen Löwen - im Jahr 2000 den Großen Preis des Entrevues Film Festivals erhielt und ein Jahr später auf dem New York Lesbian and Gay Film Festival in der Kategorie bester Spielfilm ausgezeichnet wurde. - TV Today-Urteil: Verstörend, faszinierend, ganz und gar einzigartig. P 2000, Regie: João Pedro Rodrigues.

Wenn ich den Film verarbeitet habe, werde ich meinen Kommentar dazu schreiben.

[Bild: signaturh.jpg]
28.07.2010 15:25
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Male Nebi Offline
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Beitrag: #2
RE: O Fantasma

Bereits zu Beginn des Film wird die besondere Bindung zwischen Sergio, einem sehr jungen Mann, der sich als Müllmann in Lissabon durchschlägt, und dessen Hund deutlich. Während ihm Fatma, die einzige Frau in der Firma und Geliebte des Chefs, Avancen macht, verbringt er seine Freizeit lieber mit seinem Hund oder mit Straßen kehren.

Bei einer Sperrmüllaktion fällt ihm ein junger Motorradfahrer auf, der seine Handschuhe in den Müll wirft. Völlig fasziniert behält Sergio die Handschuhe und trägt sie von nun an so oft er kann. Das Haus des jungen Mannes ist von da an sein nächtliches Ziel. Er belästigt dessen Mutter und durchwühlt regelmäßig dessen Müll. Dabei findet er eine alte Schwimmhose des Mannes und auch diese trägt er wie eine zweite Haut.

Als der Müll nach einer Weile nichts mehr herzugeben scheint, klettert Sergio an der Hausfassade hoch, um den Mann zu beobachten. Nicht nur das, er versucht ihm auf Schritt und Tritt zu folgen. Währenddessen spitzt sich die Situation zwischen ihm und Fatma zu. Sie kann nicht verstehen warum er so abweisend ist. Sergio gibt sich immer weniger Mühe sich vor dem Mann, dem er folgt, zu verstecken, er folgt ihm wie ein treuer Hund.

Nach einem Aufenthalt im Schwimmbad wird Sergio von seinem Chef missbraucht.

Von da an zieht er sich immer weiter zurück, nimmt immer mehr tierische Züge an. Er geht nicht mehr ständig aufrecht und nimmt Menschen nicht mehr als solche wahr.

Eines Nachts als er wieder an der Fassade hinaufklettert, bemerkt er, dass der Mann nicht Zuhause ist und bricht ein. Er schaut sich kurz um und markiert das ganze Zimmer wie ein Hund sein Revier. Als er wieder auf dem Rasen ankommt wird er von einem Polizisten überrascht, der ihm Handschellen anlegt. Doch er kann entkommen und trifft wieder auf den Mann. Er bittet diesen um Hilfe die Handschellen loszuwerden, doch dieser weigert sich.

Ich denke dies war der Punkt als aus Faszination, Wut wurde. Er fällt Fatima an und wird entlassen. Was folgt ist die unmittelbare Wandlung von Mensch zum Tier. In einem schwarzen Latexanzug und entsprechender Kappe gekleidet, verliert er alle menschlichen Züge. Er entführt den Mann, den er solange beobachtet hat und schleift ihn ziellos durch die Straßen. Dabei achtet Sergio überhaupt nicht darauf ob er ihn verletzt, es ist wie ein Tier, das sein Opfer mit sich zieht. Als Sergio den Mann schließlich vergewaltigt, ist die Wandlung abgeschlossen. Er streift durch die unendlichen Weiten der Mülldeponie und ernährt sich vom, für Tiere essbaren, Abfall.

[Bild: signatur1k.jpg]
28.07.2010 19:09
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Male Béla Offline
Herr im Haus
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Beitrag: #3
RE: O Fantasma

Die Menschen um Sergio nerven oder verletzen ihn. Das Mädel, das von ihren Kollegen einfach treffend „Hure“ genannt wird und sich ihm dreist an den Hals wirft oder sein Chef, der zuerst eifersüchtig reagiert und ihn dann vergewaltigt.

Ich bin nicht der Meinung, dass er sich erst danach vom Menschsein zurückzog, ich bin nicht mal sicher ob er überhaupt diesen Entschluss fasste, die Anzeichen für einen Persönlichkeitswechsel waren schon viel früher erkennbar.

Dieser junge schöne Mann erweckte seine Aufmerksamkeit, was mich sehr überraschte, denn eigentlich fand ich Sergio ziemlich gleichgültig, egal was passierte. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass verschmähte Liebe ihn regelrecht zum Tier werden ließ, für meine Begriffe war es eher verletzter Stolz. Warum die „Beziehung“ mit Vergewaltigung endete will mir noch nicht so recht in den Kopf, tiereigen ist dieses Verhalten meiner Meinung nach nicht.

Abstoßend fand ich nicht nur die Vergewaltigung, sondern die Szene mit dem Polizisten zu Beginn des Films. Es war fürchterlich welche Angst der Mann um sein Leben hatte, doch Sergio wollte bloß ein wenig „spielen“. Schon da war für mich klar, dass der Junge keine komplett menschlichen Verhaltensmuster aufwies.

[Bild: belasignatur.jpg]
04.08.2010 22:00
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